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Vorwuf der Message Control

07.09.2021 • 15:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lou Lorenz-Dittlbacher am Montagabend im Gespräch mit Kanzler Sebastian Kurz.
Lou Lorenz-Dittlbacher am Montagabend im Gespräch mit Kanzler Sebastian Kurz. ORF

Message-Control-Vorwurf nach den ORF-„Sommergesprächen“.

„Ich habe mich gewundert, vorab zu hören, was der Bundeskanzler sagen will“, sagt ZIB 2-Anchorwoman und „Sommergespräche“-Gastgeberin Lou Lorenz-Dittlbacher. Die ÖVP hatte bereits am Montagnachmittag angekündigt, was Sebastian Kurz in den ORF-„Sommergesprächen“ präsentieren möchte und sich damit den Vorwurf der Message Control eingehandelt. Folgen für die Livesendung habe dieses Vorgehen nicht gehabt, sagt Lorenz-Dittbacher: „Ich habe an meinem Interviewplan nichts geändert.“

Mit dem Kanzler-Gespräch endeten die „Sommergespräche“-Saison. Die Gastgeberin bilanziert positiv: „In meinen Augen ist die Mischung aus persönlichem Gespräch und politischem Interview gut aufgegangen. Die hohen Einschaltziffern haben mich angesichts der Pandemie- und Politikmüdigkeit ehrlich überrascht und freuen mich sehr.“ Einzig das Wetter habe nicht mitgespielt, erklärt die 47-Jährige.

Im Schnitt 890.000 Zuschauer

Die fünfte und letzte Ausgabe der heurigen ORF-„Sommergespräche“ haben im Schnitt 890.000 Zuseherinnen und Zuseher verfolgt. In Spitzen schalteten am Montagabend eine Million Personen für das von Lou Lorenz-Dittlbacher geführte Interview auf der sogenannten Libelle am Dach des Leopold Museums im Wiener Museumsquartier ein. Der Marktanteil betrug laut einer Aussendung 34 Prozent.

Die durchschnittliche Reichweite liegt in etwa auf Höhe des Vorjahres-„Sommergesprächs“ mit Kurz. Im Vergleich mit den anderen heuer geführten Interviews mit den Chefs der Parlamentsparteien reiht sich der Bundeskanzler an zweiter Stelle hinter Herbert Kickl (FPÖ) ein, für den im Schnitt 914.000 Personen ihr Fernsehgerät eingeschaltet hatten. Hinsichtlich der erzielten Marktanteile war jedoch das gestrige Interview das erfreulichste für den ORF.

Drei Quotenfakten

  • Beste Reichweite im Schnitt an Nicht-Wahl-Jahren; insgesamt Platz 3 (nach 2019 und 2017)
  • Bester Marktanteil im Schnitt seit 2015
  • Platz 5 und 6 (Reichweite) in den ewigen SG-Top-10

Insgesamt erreichten die fünf „Sommergespräche“ 2,67 Millionen Personen (weitester Seherkreis), was 35 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren entspricht. Durchschnittlich waren 769.000 Zusehende bei 29 Prozent Marktanteil pro Gespräch dabei. In den jungen Zielgruppen lagen die Marktanteile bei 20 Prozent (12-29) und 22 Prozent (12-49).

Betrachtet man die ORF-„Sommergespräche“ seit 1995 liegt die heurige Ausgabe mit ihrer erzielten Durchschnittsreichweite an dritter Stelle hinter den von Tobias Pötzelsberger geführten Gesprächen im Jahr 2019 (805.000 Zusehende) und jenen von Tarek Leitner geführten Gesprächen im Jahr 2017 (782.000 Zusehende). Das im August geführte Interview mit Kickl ist das fünftmeist gesehene seit 1993. An der Spitze rangiert ein „Sommergespräch“ mit Kurz aus dem Jahr 2017 mit im Schnitt 1,07 Millionen Zusehenden. Die Plätze zwei bis vier belegen erneut Kurz, Heinz-Christian Strache (ehemals FPÖ) und Christian Kern (ehemals SPÖ).

Für die „Sommer(nach)gespräche“ auf ORF III unter der Gesprächsleitung von Ingrid Thurnher schalteten heuer im Schnitt 183.000 Zuschauerinnen und Zuschauer bei einem Marktanteil von elf Prozent ein. Die Live-Streams und Video-on-Demand-Angebote der „Sommergespräche“ verzeichneten 245.000 Nettoviews (zusammenhängende Nutzungsvorgänge) und 1,2 Mio. Bruttoviews (registrierte Videostarts).