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Oppositionelle zu 11 Jahren Haft verurteilt

06.09.2021 • 10:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Maria Kolesnikowa, Oppositionsführerin
Maria Kolesnikowa, Oppositionsführerin AP

Sie wurde als Führungsfigur der Proteste gegen Lukaschenko bekannt.

In dem international kritisierten Prozess gegen die Oppositionelle Maria Kolesnikowa in Weißrussland wurde das Urteil gefällt. Die 39-Jährige muss elf Jahre ins Gefängnis. Vor gut einem Jahr wurde sie im Zuge der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen. Der ebenfalls angeklagte Anwalt Maxim Snak wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Behörden warfen den beiden „Extremismus“ und „aufrührerisches Verhalten“ vor.

Kolesnikowa arbeitete lange als Kulturmanagerin in Stuttgart. Vor der Präsidentenwahl im August vergangenen Jahres engagierte sie sich als Managerin für den ebenfalls inhaftierten früheren Bankier Viktor Babariko. Nach der weiterhin als gefälscht eingeschätzten Abstimmung gab es in Belarus Massenproteste.

Die Politikerin wurde Anfang September 2020 vom Geheimdienst KGB in Minsk entführt. Als sie in die Ukraine abgeschoben werden sollte, zerriss sie kurz vor dem Grenzübergang ihren Pass und vereitelte so Pläne, sie aus dem Land zu vertreiben.

Der Prozess gegen sie begann Anfang August. Europäische Staaten forderten immer wieder ihre Freilassung. Babarikos Team rief am Sonntag dazu auf, Kolesnikowa und Snak bei der Urteilsverkündung „zu unterstützen“.