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Simone Biles ist zurück und beeindruckt auch ohne Schrauben

03.08.2021 • 11:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Simone Biles verzichtete auf drei Gerätefinale und auf den Mehrkampf
Simone Biles verzichtete auf drei Gerätefinale und auf den Mehrkampf AP

Die Bronzemedaille wiegt aufgrund ihrer mentalen Probleme mehr als Gold.

Simone Biles ist zurück. Der US-Superstar musste sich erstmals seit 2013 in einem Bewerb geschlagen geben, es reichte „nur“ für Bronze hinter der 16-jährigen Chinesin Guan Chenchen und ihrer Landsfrau Tang Xijing. Doch alleine ihre Teilnahme war schon bemerkenswert. Nachdem die 24-Jährige unter anderem auf den Teambewerb, den Mehrkampf und den Stufenbarren verzichtete, war ungewiss, ob man das Gesicht der Spiele in Tokio in Aktion sehen würde.

Elegant und fehlerfrei schwebte die 1,42-Meter kleine Athletin dann zur Medaille, und das ohne der Schrauben oder des „Biles“. Diesen Abgang zeigte sie erstmals 2019 in Stuttgart: eine doppelte Drehung um die Längsachse während zweier gehockter Rückwärtssalti mit Landung im Stand. Klingt so kompliziert wie es ist.

Kampf gegen Dämonen

Simone Biles ist die vielleicht beste Turnerin der Welt. Wir wissen nicht, ob wir jemals eine bessere Athletin sehen werden. Biles ist aber vor allem eines: Mensch. Aufgrund einer Schraubenblockade, sogenannten „Twisties“, brach sie vergangene Woche völlig überraschend das Mannschaftsfinale ab.

„Ich sage, die mentale Gesundheit steht an erster Stelle. Daher ist es manchmal in Ordnung, die großen Wettbewerbe sogar auszusitzen, um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Es zeigt, wie stark du als Wettkämpfer und Person wirklich bist, anstatt sich einfach durchzukämpfen“, sagte die 24-Jährige mit einer Silbermedaille um den Hals und sprach vom „Kampf gegen Dämonen“ vor dem Wettkampf.

Für diese Entscheidung bekam Biles viel Zuspruch. Die Welt zeigte sich menschlich, ihre Entscheidung wurde respektiert, sogar gefeiert. Das ist nicht selbstverständlich, denn viele erwarten sich immer unmenschlichere Leistungen. Dass es heute um mehr als nur eine Medaille ging, zeigte auch die Geste von IOC-Präsident Thomas Bach. Er ließ es sich nicht nehmen, der US-Amerkanerin die Hand zu schütteln. Die Chinesinnen Guan Chenchen und Tang Xijing waren aber eine Klasse für sich und sicherten sich Gold und Silber.

Turnen – Frauen, Balken: 1. Guan Chenchen (CHN) 14,633 Pkt. – 2.

Tang Xijing (CHN) 14,233 – 3. Simone Biles (USA) 14,000