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Red Bull denkt über rechtliche Schritte nach

18.07.2021 • 21:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hamilton gewann sein Heimrennen in Silverstone. Dies sorgt für Kritik.

Umjubelt, gefeiert, beschimpft, kritisiert – Lewis Hamilton stand nach seinem Heimsieg in Silverstone im Zentrum von Jubelchören und leider auch unschönen Hasstiraden. Der Mercedes-Pilot siegte beim Großen Preis von Großbritannien und ließ sich danach mit Flagge in der Hand von den 140.000 Fans an der Strecke feiern. Während die Briten ihren Weltmeister beklatschten, bekam Hamilton in den Sozialen Medien viel Kritik ab.

Der Grund: In der ersten Runde berührte er den Wagen von Max Verstappen. Der Niederländer flog bei hohem Tempo ab, krachte mit 51 g in einen Reifenstapel und musste zu weiteren Untersuchungen ins Spital. Am Abend meldete sich Verstappen dann zu Wort. Er sei okay, verriet der Red-Bull-Pilot am Sonntagabend in den Sozialen Medien. „Sich die Feierlichkeiten anzusehen, während man noch im Krankenhaus ist, ist respektloses und unsportliches Verhalten„, schrieb der Niederländer weiter. Die in seinen Augen zu geringe Strafe gegen seinen Rivalen Hamilton „hilft uns nicht weiter“.

So sieht es auch sein Teamchef bei Red Bull. „Zum Glück ist er okay. Ich will mir gar nicht vorstellen, was da passieren hätte können„, sagte ein sichtlich mitgenommener Christian Horner, der mit der Zehn-Sekunden-Strafe für den aktuellen Weltmeister nicht viel anfangen konnte. „Diese Strafe passt nicht für diese Tat, das war ja fast schon ein Verbrechen. So ein Verhalten erwartet man nicht von einem siebenmaligen Weltmeister. Das war eine Verzweiflungstat“, erklärte Horner.

Denn trotz Strafe fuhr der 36-Jährige noch zum Sieg, schnappte sich Charles Leclerc kurz vor dem Ende. In der Weltmeisterschaft fehlen jetzt nur noch acht Punkte auf den Niederländer. Ein Umstand, der für noch mehr Brisanz sorgt. Horner bestätigte, dass man im Hause Red Bull rechtliche Schritte überlegt, um das Ergebnis zu revidieren. Bei einem Einspruch müsste man aber auch neue Beweise vorlegen.

Aufseiten von Mercedes zeigt man sich darüber nicht großartig überrascht. Für Teamchef Toto Wolff ist die Situation klar, Hamilton war vorne, die Strafe von zehn Sekunden nicht gerechtfertigt. „Das ist keine Strafe laut Regelwerk. Da kämpfen zwei Fahrer um jeden Zentimeter und der Unfall sieht hässlich aus, aber das gehört eben dazu„, erklärte er und will von der „Verzweiflungstat“, die Christian Horner ansprach, nichts wissen. „Lewis fährt nie mit Wut im Bauch, das hat er noch nie gemacht. Er ist kein Fahrer, der so einfach jemanden abschießt.“