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Nehammer für Abschiebung

29.06.2021 • 10:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nehammer für Abschiebung

Zwei afghanische Asylwerber sind unter Tatverdacht in Wien verhaftet worden.

Nach der Tötung einer 13-Jährigen in Wien und der Festnahme zweier Tatverdächtiger gaben Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl heute im Innenministerium in Wien ein Statement ab.

„Was am Samstag passiert ist, macht mich fassungslos und zutiefst betroffen. Ich bin selbst Vater von zwei Kindern. Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers“, begann der Minister sein Statement.

Die Erhebungen laufen noch auf Hochtouren. Es gibt mindestens zwei Tatverdächtige – junge Afghanen, die als Asylwerber nach Österreich gekommen sind.

Wer sind die Tatverdächtigen?

Einer, der 18-Jährige, ist laut Nehammer ein Subsidiär Schutzberechtigter, was heißt: „Österreich hat ihm Schutz gewährt.“ so Nehammer. Aufgrund seiner Straftaten – er wurde mehrmals verurteilt, großteils wegen Drogendelikten – wurde ihm der Status vom Bundesverwaltungsgericht aberkannt, der junge Afghane hat jedoch Einspruch erhoben. Deshalb ist das Verfahren noch anhängig.

Der zweite Afghane (16) hat erst dieses Jahr einen Asylantrag gestellt.

Nehammers Botschaft an alle, die hier leben: „Wir sind eine Gesellschaft, die der Vielfältigkeit, der Toleranz verpflichtet ist. All jene, die bleiben wollen, müssen jedoch wissen: Hier bleiben heißt, die Bereitschaft zu bringen, sich zu integrieren. Und sich an die Gesetze zu halten.“

Es müsse diese klare Botschaft geben, der nächste Charterflug zum Rücktransport werde gerade vorbereitet. „Nicht nur von Österreich aus, allein in Deutschland gibt es 30.000 Afghanen ohne legalen Aufenthaltsstatus.“

Opfer kannte die Tatverdächtigen

Das Mädchen dürfte den mit Tatverdächtigen bekannt gewesen sein, war vermutlich freiwillig in der Wohnung, die zum Tatort wurde. Es war die Wohnung des 18-Jährigen, die sich unweit des Fundortes der Toten befindet. Am Grünstreifen wurde die Leiche vermutlich kurz nach der Tat abgelegt. Wie genau die Bekanntschaft zwischen Opfer und Tätern war ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Auf die Spur der beiden Tatverdächtigen war man über einen Bekannten der beiden Afghanen gekommen, der sich an die Polizei gewandt hatte.

Nehammer für Abschiebung
Landespolizeipräsident PürstlAPA

„Doch dann wurden ihr Drogen verabreicht, um sie gefügig zu machen.“ Dann hatten „Straftaten gegen die sexuelle Integrität“ stattgefunden.

Die genauen Umstände, die zum Tod geführt haben, sind noch unklar“, betont der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl. Die Einvernahme läuft heute unter Beiziehung eines Dolmetschers: „Deshalb dauert es länger, deshalb können wir derzeit noch keine Angaben machen.“ Auch das toxikologische Gutachten steht noch aus. Ermittlungen sollen auch zeigen, ob es noch weitere Mittäter gibt.

Unklar sei laut Pürstl noch, ob der Tod absichtlich herbeigeführt wurde.

„Supportdienst“ der Polizei gestartet

Aufgrund des Anstiegs an Todesfällen im privaten Umfeld mit Beziehungsdynamik im Jahr 2021 wird im Bereich der Landespolizeidirektion Wien, zur Verbesserung des Opferschutzes und Einleitung von sicherheitspolizeilichen und kriminalpolizeilichen Maßnahmen, ein sechsmonatiger Probebetrieb eines Supportdienstes gestartet und nach Ablauf evaluiert.

Dieser Journaldienst der Landespolizeidirektion Wien ist 24 Stunden, sieben Tage die Woche, mit besonders geschulten und erfahrenen Präventionsbediensteten auf dem Gebiet der Gewalt in der Privatsphäre besetzt. Bei Gewalt in der Privatsphäre besteht nun die verpflichtende Kontaktaufnahme der intervenierenden Polizisten vor Ort mit den Bediensteten des Supportdienstes.

Im Zuge des Kontaktgespräches erfolgt eine beratende und unterstützende Gefährdungseinschätzung durch den Supportdienst, um so die rechtlich möglichen und für den individuellen Fall geeignetsten Opferschutzmaßnahmen einzuleiten. Den Polizisten steht für die Gefährdungseinschätzung ein wissenschaftlich anerkanntes Risiko-Analyse-Programm zur Verfügung. Durch die Beantwortung von spezifischen Fragen wird ein objektives Gefährdungslevel erstellt und unterstützt die Maßnahmensetzung.