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Experten: Zweitimpfung nicht hinauszögern

29.06.2021 • 10:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild DragonImages – stock.adobe.com

Die jetzt grassierende Delta-Variante sei um 60 Prozent ansteckender.

In Europa werden durchschnittlich 40 Menschen pro Sekunde gegen Corona geimpft. Die EU könne damit ihr Ziel, bis Ende Juli 70 Prozent der Erwachsenen die Impfung anzubieten, gut erfüllen, sagte Wolfgang Bogensberger, stv. Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, bei einer Online-PK zur Covid-19-Immunisierungskampagne. Karl Zwiauer vom Nationalen Impfgremium (NIG) warnte davor, die zweite Teilimpfung auszulassen oder auch nur unnötig zu verschieben.

Kürzere Abstände zwischen erstem und zweitem Stich empfohlen

Das NIG empfiehlt wegen der neuen Virus-Variante wieder kürzere Abstände zwischen erstem und zweitem Stich, nämlich drei bzw. vier Wochen bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sowie vier bis sechs Wochen beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca, bei Johnson & Johnson ist nur eine einmalige Gabe nötig. Kreuzimpfungen mit verschiedenen Vakzinen sind derzeit nicht vorgesehen.

Die Frage, ob in nächster Zeit ein Booster- oder angepasster Variantenimpfstoff notwendig sein wird, lasse sich noch nicht beantworten, so die Experten. Entsprechend der Richtlinien der Europäischen Gesundheitsbehörde EMA seien jedenfalls dafür keine großen Wirksamkeitsstudien mehr erforderlich, was Tempo bei allenfalls nötigen Anpassungen verspreche, so Tucek.

Warnung vor „Impfdilemma“

Ungelöst ist ein Problem, das zur Reisezeit viele Covid-Genesene betrifft: Laut Zwiauer ist aus medizinischer Sicht für diese Gruppe eine einzelne Impfung eigentlich ausreichend. Für den internationalen grünen Pass seien jedoch oft zwei Teilimpfungen vorgeschrieben. Aus immunologischer Sicht spreche aber auch nichts gegen den zweiten Stich für Genesene.