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Weitere Anklage gegen Ex-VW-Boss

09.06.2021 • 12:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Martin Winterkorn im Jänner 2017 vor dem U-Ausschuss im deutschen Bundestag
Martin Winterkorn im Jänner 2017 vor dem U-Ausschuss im deutschen Bundestag (c) AFP (JOHN MACDOUGALL)

Winterkorn soll länger von Abschalteinrichtungen gewusst haben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den über den Dieselskandal gestürzten VW-Chef Martin Winterkorn erhoben. Die Ermittler werfen Winterkorn vor, im Jänner 2017 vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages uneidlich falsch ausgesagt zu haben. Er habe bewusst falsche Angaben dazu gemacht, wann er über den Einsatz der Manipulationssoftware informiert worden sei, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Winterkorn hatte bei der Anhörung im Untersuchungsausschuss bestritten, vor Bekanntwerden des Dieselskandals im September 2015 von den Manipulationen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin habe jedoch Beweise, wonach Winterkorn bereits im Mai 2015 von der illegalen Abschalteinrichtung erfahren haben soll. Diese Thematik sei auch Besprechungsgegenstand des sogenannten „Schadenstisches“ im Juli 2015 gewesen.

Betrugsprozess startet im September

Winterkorn muss sich auch vor dem Landgericht Braunschweig wegen des Dieselskandals verantworten. Der Diesel-Betrugsprozess soll im September losgehen. Insgesamt sind mehr als 130 Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hatte fünf Jahre nach dem Auffliegen der Manipulation von Diesel-Abgaswerten bei Volkswagen zwei Anklagen gegen den damaligen Konzernchef und weitere Manager zugelassen. Das Strafverfahren wegen Marktmanipulation hatte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil die zu erwartende Strafe in diesem Fall geringer sei als im Strafverfahren im Dieselprozess. Den Vorwurf des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs hat Winterkorn zurückgewiesen.