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Essbarer Balkon und Hingucker

26.04.2021 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Stiplovsek</span>Regina Metzler-Mattes hat die Pflanzengefäße mit Blumen, Gemüse und Kräutern gefüllt.
StiplovsekRegina Metzler-Mattes hat die Pflanzengefäße mit Blumen, Gemüse und Kräutern gefüllt.

Regina und Philipp Metzler-Mattes bepflanzen die Familienbalkone.

Was lässt sich auf einem Balkon Grünes, Wohlschmeckendes und Buntes ziehen? Regina Metzler-Mattes und Philipp Mattes von regreena in Andelsbuch machen’s vor. Gepflanzt haben sie auf dem Balkon der Mutter beziehungsweise Schwiegermutter: Kohlrabi, Mairübchen, Radieschen, Rucola, Asiasalat, Frühlingszwiebeln, Fenchel, Tomaten, Schnittsellerie, aber auch Kräuter wie Zitronenthymian, Zitronenmelisse, Salbei, glatte Petersilie, Oregano und Bohnenkraut, Schnittlauch, marokkanische Minze, besser bekannt als „Hugo-Minze“, sowie Thymian. Dazu Glockenblumen, Stielprimeln, rosafarbene Wachsblumen, Duft­sternchen und Seidelbast. „Grundsätzlich lassen sich Gemüse, Kräuter und Blumen gut miteinander kombinieren. Wenn man eine Bioerde nimmt und dann Blumen ins Gemüsebeet dazupflanzt, ist das kein Problem“, erklärt Regina Mattes.

<span class="copyright">Stiplovsek</span>Sinnvoll ist es, den Schatten der Balkonbrüstung auszunutzen.
StiplovsekSinnvoll ist es, den Schatten der Balkonbrüstung auszunutzen.

Wichtig ist, dass die Pflanzen nicht in der Stauhitze stehen, dann neigen sie zu Lausbefall. Vorsicht ist etwa bei einer weißen, Wärme abstrahlenden Hauswand und generell in Ecken geboten. Gut ist ein luftiger Standort und sinnvoll ist es auch, Schatten, wie er durch Balkonbrüstungen entsteht, zu nutzen. Es gibt Pflanzen, die es im Frühjahr gut auf dem Balkon aushalten, denen es im Sommer dort aber zu heiß wäre und die sich im Herbst wieder gerne pflanzen lassen.
Aufgrund einer zu einseitigen Nährstoffsituation sollte man nicht dasselbe zwei Mal hintereinander pflanzen. Ab und an brauchen die Gemüsepflanzen oder Blumen einen Dünger, am ehesten natürlichen Flüssigdünger, weil der gleich an Ort und Stelle ankommt.

Regina Metzler-Mattes und Philipp Mattes von regreena in Andelsbuch. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Regina Metzler-Mattes und Philipp Mattes von regreena in Andelsbuch. Stiplovsek

Informationen zur Pflanze

Dann sollte man das Grundsätzlichste über die Pflanze wissen, die man anbauen möchte. Kommt sie aus dem Mittelmeerraum? Dann wird sie mit Wärme besser umgehen können als andere. Ist sie ein Pfahlwurzler wie etwa die Karotte oder braucht sie viel Platz wie die Tomate? Braucht sie eine Rankhilfe? Das alles ist für Standort und Topfgröße entscheidend. Ab 40 Litern lassen sich zum Beispiel Tomaten gut ziehen. Vielleicht reicht es aber auch schon, auf eine andere Sorte auszuweichen. Die Buschtomate etwa braucht nicht ganz so viel Platz unter der Erde wie die klassisch wachsende Tomate.

Für den Balkon gibt es verschiedenste Aufhängungen. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Für den Balkon gibt es verschiedenste Aufhängungen. Stiplovsek

Wichtig sind letztlich aber auch die eigenen Vorlieben: Gönne ich mir abends gerne noch einen Drink? Dann wäre eine Minze vielleicht ein guter Begleiter. Dekoriere ich Essen gerne? Auch hier liefern die Blüten von Lavendel, Thymian und Co. essbare Hingucker. Essen meine Kinder gerne eigenen Salat? Dann kann ich vielleicht verschiedene Sorten pflanzen und ausprobieren, welche auf meinem Balkon besonders gut gedeihen.

Natürlich kann man auch Hochbeete auf den Balkon stellen. Zu beachten ist dabei das Material. Metall heizt sich in der Sonne stark auf und kann somit Verbrennungen an den Wurzeln verursachen. „Wir haben die Metallhochbeete meiner Mutter inzwischen innen mit Styropor isoliert“, verrät Regina Metzler-Mattes.

Die Vorlieben entscheiden, welche Sorten gepflanzt werden. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Vorlieben entscheiden, welche Sorten gepflanzt werden. Stiplovsek

Noch ein Tipp: Zu Ende der Saison sollten leere Pflanzgefäße, aber auch Rankhilfen gesäubert und desinfiziert werden. Denn Schädlinge bleiben, wo es schön warm war und wo es genug Nahrung gab.

Flora-Tipp: Richtige Pflege

Am besten morgens, optimal ist Regenwasser, da es weniger hart und kalkig ist. Ansonsten Leitungswasser, das angewärmt in die Gießkanne kommt. Keinesfalls kaltes Wasser über die Blätter gießen. Die Pflanzen können sonst einen Schock bekommen.

„Flüssigdünger einfach bei jedem Gießen dazugeben, dann vergisst man die Nährstoffe nicht“, rät Regina Metzler-Mattes.

Zum Thema Blumenampeln: Wichtig ist, dass alle Pflanzen es gleich sonnig oder schattig mögen und möglichst denselben Wasserbedarf haben. „Gerne kombiniere ich verschiede Wuchsarten (stehend, halbhängend, ganz lang) miteinander, so bekommt die Ampel mehr Struktur. Gerne pflanze ich zu den Blumen außerdem auch Erdbeeren – diese blühen schön und ich kann zwischendurch naschen.“ Noch ein Wort zum Pflücksalat-Ernten: „Hier kann ich nach und nach die äußeren Blätter wegschneiden. Wenn ich die inneren Herzblätter stehen lasse, wächst er nach. Irgendwann schießt er quasi aus. Dann sollte er ersetzt werden.“