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Natur genießen und weitergeben

24.04.2021 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Hartinger</span>Zu diesem frühen Zeitpunkt wächst das meiste im Gewächshaus.
HartingerZu diesem frühen Zeitpunkt wächst das meiste im Gewächshaus.

Katharina und Michael Heinzle leben ihren Gemüseanbau nicht nur für sich.

Ursprünglich wollten sie lediglich für sich Gemüse anbauen, das besser schmeckt und frischer ist als das, was man im Supermarkt bekommt. Herausgekommen ist jedoch viel mehr: ein Anbau nach Market-Garden-Prinzip für Menschen, die gerne wissen wollen, was sie essen und dabei gerne ein gutes Gefühl haben. Viele kleine Beete, eine hohe Diversität an Pflanzen und Tieren, ein gesunder Boden, der nicht mit Traktoren und schwerem Gerät beackert wird und biozertifiziertes Gemüse, das schätzen viele Stammkunden aus der Umgebung.

Katharina und Michael Heinzle machen bis auf die Samengewinnung alles selbst. <span class="copyright">Hartinger</span>
Katharina und Michael Heinzle machen bis auf die Samengewinnung alles selbst. Hartinger

Dienstags und samstags gehen Katharina und Michael Heinzle inzwischen auf den Markt in Feldkirch. Seit Corona haben sie aber auch einen Hofladen, direkt am Eingang ihres Grundstücks Ponten 42 in Koblach. Der kleine Selbstbedienungsladen hat von Dienstag bis Samstag geöffnet. „Wir haben bewusste Kunden, denen gute Lebensmittel wichtig sind, quer durch alle Schichten, auch Einkommensschichten.“

Strategische Planung

Mittlerweile können sie von dem Ertrag dessen leben, was sie anbauen. Aber nur, weil sie gut und strategisch planen. „Wir machen alles von Hand – bis auf die Samengewinnung. Das wäre parallel zum Anbau zu aufwändig“, erklärt Katharina Heinzle. „Alle Beete sind gleich lang, sodass wir für alle unsere Kulturnetze nehmen können. Statt wie in der industriellen Landwirtschaft Hybridsorten zu verwenden, setzen wir auf samenfeste Sorten. Das Wichtigste sind uns weder lange Haltbarkeit oder perfektes Aussehen, sondern vielmehr der Geschmack. Danach suchen wir unsere Sorten aus.“

Bio-Gemüse direkt vom Gärtner. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bio-Gemüse direkt vom Gärtner. Hartinger

Beide sind Quereinsteiger, inzwischen aber ausgebildete Landwirte. Heinzles haben herausgefunden: Wenn die Vielfalt stimmt, passt alles andere auch. Lediglich im Frühjahr, wenn die Marienkäfer noch nicht so weit sind, verwenden Katharina und Michael Heinzle in ihrem Gewächshaus Nützlinge, die die Läuse in Schach halten. Nicht mit großen Gerätschaften zu arbeiten und so beispielsweise den Boden umzugraben, sondern nur Kompost zu verwenden, bedeutet gleichzeitig, Humus, also fruchtbaren Boden, aufzubauen. CO2 zu binden, statt es an die Atmosphäre abzugeben. Die Natur machen lassen, was sie am besten selbst kann: fruchtbar sein.

Die Heinzles genießen die Geschenke der Natur. <span class="copyright"> Hartinger</span>
Die Heinzles genießen die Geschenke der Natur. Hartinger

Sie haben Enten, die die Schnecken fressen, Hühner, die Eier legen und Bienen, die für die Bestäubung sorgen. Während die beiden erzählen, trinken sie in einem auf dem Grundstück fest installierten Wohnwagen frisch gepflückten Zitronenmelissentee. Sich Zeit nehmen, bewusst die Geschenke der Natur zu genießen, auch darum geht es.