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Kompletter Lieferausfall bei AstraZeneca

08.04.2021 • 11:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
AstraZeneca
AstraZeneca (c) AFP (THOMAS KIENZLE)

Keine Lieferung des Impfstoffes erreicht diese Woche Österreich.

Erst gestern hat die EMA ihre Empfehlung in Sachen AstraZeneca abgegeben und den Einsatz des britisch-schwedischen Vakzins uneingeschränkt empfohlen. Dieser Empfehlung folgte etwa das Nationale Impfgremium und will auch weiter auf den Vektorimpfstoff setzen. Doch, am Donnerstag wurde bekannt, dass in dieser Woche keine Dosis nach Österreich geliefert wird.

Und es ist nicht das erste Mal, dass es bei AstraZeneca zu Lieferschwierigkeiten kommt. Die für die Kalenderwoche 14 (5. bis 11. April) angekündigten 5.090 Ampullen werden nun erst in der Kalenderwoche 15 (12. bis 18. April) erwartet. Überdies werden nur 2.640 Violen geliefert – fast um die Hälfte weniger als versprochen.

Bestätigung blieb aus

Wie dazu Generalmajor Andreas Pernsteiner vom Verteidigungsministerium im Gespräch mit der APA erklärte, wäre an sich vorgesehen, dass AstraZeneca immer freitags die Lieferungen für die folgende Woche bestätigt. Am vergangenen Freitag habe man von AstraZeneca nichts gehört, erst am Dienstag (6. April) hätte sich der Hersteller offiziell gemeldet und seine Lieferangaben korrigiert. „Ähnliche Phänomene“ gebe es bei anderen Impfstoffherstellern nicht, sagte Pernsteiner, der speziell auf Biontech/Pfizer verwies, wo Lieferzusagen stets verlässlich umgesetzt würden und Termine halten, was sich günstig auf die logistische Abwicklung und das Einhalten von Impfplänen auswirke.

Die nächsten 2.640 AstraZeneca-Vials werden ab 14. April an die Impfstellen ausgeliefert, die Bundesländer haben gestern, Mittwoch, vom dieswöchigen Lieferausfall erfahren. In der Bundeshauptstadt müssen dessen ungeachtet in dieser und in der kommenden Woche keine Impftermine mit AstraZeneca-Dosen abgesagt werden, versicherte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf APA-Anfrage. Man verfüge über einen „Puffer“, weil man Lieferschwierigkeiten bei AstraZeneca aufgrund gewisser Erfahrungswerte mittlerweile schon miteinkalkuliere. „Jeder geplante Erststich kann stattfinden“, bekräftigte der Sprecher.

Wien hat – dem Länderschlüssel entsprechend – Anspruch auf 21 Prozent der an Österreich ausgelieferten Impfstoffe und hätte demnach in dieser Woche 1.100 AstraZeneca-Fläschchen bekommen sollen. Stattdessen werden 570 Violen in der kommenden Woche „nachgeliefert“.

Die Frage nach dem Liefertermin

Spannend wird es auch wieder am kommenden Freitag. Dann müsste AstraZeneca die nächste reguläre Lieferung kommunizieren bzw. bestätigen. Zuletzt hieß es, anstelle von 4.780 Fläschchen könnten diesmal 5.910 in Österreich landen, was für Wien 1.280 statt 1.030 Violen wären. „Ob die Lieferung tatsächlich nächste Woche erfolgen wird oder sie sich auch in die Folgewoche verschiebt, werden wir voraussichtlich erst am Freitag erfahren“, hieß es dazu am Donnerstag seitens des Gesundheitsministeriums.

Bisher wurden in Österreich übrigens mehr als 421.000 AstraZeneca-Impfungen verabreicht. Dazu kommen mehr als 1,25 Millionen Biontech/Pfizer-Dosen und über 137.000 Immunisierungen mit Moderna. Eine genaue Aufschlüsselung der verabreichten Dosen nach Altersgruppen, Geschlecht und Impfstoff konnte das Gesundheitsministerium am Donnerstag vorerst nicht vorlegen.