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Corona-Demo legt Wiener Ring lahm

06.03.2021 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
1.500 Beamtinnen und Beamte waren im Einsatz
1.500 Beamtinnen und Beamte waren im Einsatz APA/HERBERT PFARRHOFER

Es kam zu Anzeigen und Festnahmen, FPÖ nutzte Kundgebung für Auftritte.

Mit Österreich-Fahnen, Trillerpfeifen und „Nein zum Impfzwang“ Plakaten marschierten tausende Corona-Demonstrationsteilnehmer am Samstagnachmittag erneut durch die Wiener Innenstadt. Zwölf Demos waren im Vorfeld untersagt worden, das Innenministerium warnte vor fehlenden Schutzmaßnahmen und rechtsextremen Teilnehmern. Dennoch wurde bei strahlendem Sonnenschein gegen die Maßnahmen der Regierung protestiert, viele Teilnehmer waren dazu mit Bussen aus anderen Bundesländern angereist.

Zu Beginn sammelte sich der Demo-Zug am Burgring und wurde von der Polizei quasi eingekesselt. Über Lautsprecher erklärte die Exekutive – begleitet von lauten Pfiffen und Buhrufen der Teilnehmer – um kurz vor 14 Uhr, dass die Versammlung aufgrund fehlender Masken und Abstände untersagt und aufgelöst werde.

Ein Großaufgebot von 1.500 Beamten verdrängte die Protestierenden vom Ring, diese zogen anschließend jedoch weiter durch eine Seitenstraße, um beim Karlsplatz erneut die Fahrbahn zu blockieren. Die Polizei riegelte daraufhin Seitenstraßen ab, der Zug, der „Kurz muss weg“ skandierte, konnte jedoch ungehindert weiterziehen. Staus und Straßenbahnausfälle waren die Folge.

Festnahmen und Anzeigen

Familien mit Kleinkindern und Esoteriker marschierten neben rechtsradikalen Gruppen, am Straßenrand lieferten sich Teilnehmer den ein oder anderen verbalen Schlagabtausch mit Passanten. Zu Zusammenstößen mit linken Gegendemonstrationen kam es nicht, die Kundgebung blieb großteils friedlich. Bis auf wenige Rangeleien mit der Exekutive, die punktuell Teilnehmer ohne Mundschutz aus der Menge fischte und deren Personalien aufnahm. Laut Wiener Polizei kam es zu einigen Festnahmen und zahlreichen Anzeigen.

FPÖ-Politiker nutzten die Demonstration für Auftritte, Klubobmann Herbert Kickl hielt eine spontane Rede, bevor dieser selbst zu einer Protestkundgebung in den Prater geladen hatte. Kickl schimpfte über „Corona-Stahlhelme in den Regierungsbüros“ und „Schmuddel-Typen“, die in den Ministerien sitzen würden.
Christina Traar