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Viel Arbeit für die Verkehrspolizei

01.03.2021 • 14:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viel Arbeit für die Verkehrspolizei

Österreichweit gab es fünf Millionen Geschwindigkeitsübertretungen.

Eigentlich sollte man meinen, bei mehreren Lockdowns im Jahr ist auch das Verkehrsaufkommen stark zurückgegangen. Ein Blick in die Statistik des Innenministeriums zeigt jedoch Anderes – für die Verkehrspolizei gab es auch im Coronajahr 2020 auf Österreichs Straßen mehr als genug zu tun.

Fast fünf Millionen Geschwindigkeitsübertretungen – exakt 4.984.064 – wurden demnach im Vorjahr geahndet. Etwa vier Millionen zu schnelle Verkehrsteilnehmer wurden dabei von Radargeräten gemessen, weitere 700.000 mit Lasermessgeräten erwischt und etwa 300.000 durch Zivilstreifen und Section-Control-Anlagen.

Section-Control-Anlagen

Derzeit sind acht stationäre Section-Control-Anlagen in Betrieb: In Kärnten auf der A2-Südautobahn im Ehrentalerbergtunnel. In Niederösterreich auf der A2-Südautobahn im Wechselabschnitt und auf der B37 – Kremser Bundesstraße am Gföhler Berg. In Oberösterreich auf der A7 der Mühlkreisautobahn am Hummelhof. In der Steiermark auf der A9-Pyhrnautobahn im Plabutschtunnel. In Salzburg auf der B 311 im Schönbergtunnel und im Schmittentunnel bei Zell am See sowie in Wien auf der A22-Donauuferautobahn im Tunnel Kaisermühlen.

Doch es waren nicht nur die Raser, die die Verkehrspolizei im Vorjahr beschäftigten. Es wurden auch 1,2 Millionen Alkotests durchgeführt. Dabei zeigte sich ein erfreulicher Trend: Waren 2019 noch 30.930 alkoholisierte Fahrzeuglenker angetroffen worden, waren es 2020 „nur“ 25.705.

Ganz anders hingegen bei den Drogenlenkern, von denen im Coronajahr 5519 erwischt wurden. „Ein Anstieg um 26,5 Prozent“, so das Innenministerium. „Der Anstieg ist auch auf eine verbesserte Ausbildung von Exekutivbediensteten für den Einsatz der in einem Pilotprojekt erprobten Speichelvortestgeräte zur Erkennung von potentiellen Drogenlenkern sowie dem operativen Einsatz von Amtsärzten bei Schwerpunktaktionen im Straßenverkehr zurückzuführen“, betont Patrick Maierhofer, Pressesprecher des Ministeriums, am Montag in einer Aussendung.

Doch es gab noch zahlreiche weitere Übertretungen, die 2020 geahndet wurden: In 113.313 Fällen gab es Strafen, weil beim Hintereinanderfahren der vorgeschriebene Mindestabstand nicht beachtet wurden. 78.765 Autofahrer bzw. Mitfahrer hielten sich nicht an die Gurtenpflicht. 121.211 Lenker telefonierten ohne Freisprechanlage während des Fahrens. In 5641 Fällen waren sogar die mitfahrenden Kinder ungenügend gesichert.

Kontrollen auch beim Schwerverkehr

Beim Schwerverkehr wurden im Jahr 2020 insgesamt 211.852 Anzeigen und Organstrafverfügungen nach dem Kraftfahrgesetz – das ist ein Rückgang um 22,9 Prozent. Der Hauptanteil davon betraf die Nichteinhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeitvorgaben im gewerblichen Güter- und Personenverkehr (83.264), gefolgt von technischen Fahrzeugmängeln an Karosserie, Bremsen und Reifen (59.885), Überladungen (34.617) und mangelnder Ladungssicherung (5.021). Insgesamt mussten von den Kontrollorganen 26.046 Lkw und Bussen die Weiterfahrt wegen schwerwiegender Verstöße oder Mängel bzw. wegen Gefahr im Verzuge untersagt werden.

561 Gefahrenguttransporter wurde die Weiterfahrt untersagt. 8134 waren im Vorjahr einer genauen Kontrolle unterzogen worden.

„Trotz Rückgang des Verkehrsaufkommens und der Unfallzahlen im Vorjahr zeigt diese Bilanz aber auch, dass traditionelle Aufgaben wie die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt wurden und auch in Zukunft nicht vernachlässigt werden dürfen“, erklärte dazu Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).