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Geduld bei Öffnungsschritten

01.03.2021 • 16:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Empfingen den ganzen Tag lang Experten und Politiker: Kanzler Sebastian Kurz, Vize Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober
Empfingen den ganzen Tag lang Experten und Politiker: Kanzler Sebastian Kurz, Vize Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober APA/HELMUT FOHRINGER

Beratungen der Politik mit den Experten waren intensiv.

Die Wirtschaft ruft nach einer Öffnung, die Experten steigen auf die Bremse: Welches Maß an Mini-Öffnung dennoch möglich ist, und welche Perspektiven sich zumindest für Gastro, Sport und Kultur ergeben, das wird heute um ca. 18 Uhr einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Die steigende Zahl der Neuinfektionen, die höhere Reproduktionszahl und die wieder wachsende Zahl der Patienten auf den Intensivstationen machten es der Politik unter der Führung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) nicht leicht.

Vor allem die Vertreter aus der Ostregion mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) an der Spitze sollen sich in den Gesprächen für eine Öffnung der Lokale stark gemacht haben. Ihr Argument: es sei für die Eindämmung Pandemie sinnvoller, Kontakte kontrolliert in der Gastronomie stattfinden zu lassen als unkontrolliert im privaten Bereich. Diese Position hatten auch Landeshauptleute aus anderen Regionen während der vergangenen Tage vertreten.

Regionale Maßnahmen?

Zuletzt zeichnete sich ab, dass man einen bestimmten Wert für jene Sieben-Tages-Inzidenz festlegen könnte, ab dem Lockerungen regional unterschiedlich möglich sein könnten. Die Rede war von 100 (100 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen). Die besten Chancen auf einen ersten Schritt in eine neue Freiheit hat Vorarlberg, das westlichste Bundesland. Der Osten müsste warten.

Was den Osten noch weniger freut: Eine regionale Betrachtung würde vermutlich auch nach sich ziehen, dass es in einzelnen Regionen zu Verschärfungen kommt, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz dies nahelegt. Spätestens ab einem Inzidenzwert von 200 sollen Lockerungen zurückgenommen werden, rät die Corona-Kommission.

Unter 100 liegt die Marke derzeit nur in zwei Bundesländern, knapp in Tirol trotz der dort grassierenden vermutlich impfresistenteren Südafrika-Variante, und deutlicher in Vorarlberg.