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Global 2000 übt Kritik an Heizungen

25.02.2021 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/dpa/Karl-Josef Hildenbrand</span>
Symbolbild/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Umweltorganisation kritisiert hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen.

Die Umweltorganisation Global 2000 kritisiert die aus ihrer Sicht noch immer zu hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen in Österreich – trotz der Rückgänge in den letzten zehn Jahren. Wien habe die Nase vorn, was eine umwelt- und klimaschutzorientierte Wärme-Wende betreffe, gefolgt von Vorarlberg und Kärnten. Schlusslichter seien Tirol und Niederösterreich. Insgesamt bestehe noch deutlicher Handlungsbedarf, es gebe zu wenig thermische Sanierungen.

Der Rückgang an Ölheizungen halte zwar weiter an, es seien aber noch 600.000 meist veraltete Ölheizungen österreichweit in Betrieb. Am stärksten waren die Rückgänge in den vergangenen zehn Jahren in Wien und der Steiermark, am geringsten in NÖ und Vorarlberg. Nur in Wien gebe es bereits ein Erneuerbaren-Gebot in der Bauordnung, das einen Wechsel von Öl auf Öl nicht länger toleriere – doch auch hier greife diese Vorgabe nur bei umfassenderen Gebäudesanierungen, kritisierte Global 2000 am Donnerstag.

Gasheizung – kommen und gehen

Der Wohnbau-Check zeigt aus Sicht der Umweltorganisation auch, dass die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus Gasheizungen noch bei den wenigsten politischen Entscheidungstragenden im nötigen Maß angekommen sei. Bundesweit habe es zwar in den letzten zehn Jahren einen Rückgang bei Gasheizungen gegeben, aber weit weg von einem Energiewende-Pfad zur Klimaneutralität 2040.
Bundesweit seien noch etwa 900.000 Gasheizungen in Betrieb. Die stärksten Rückgänge habe es in Vorarlberg und Kärnten gegeben, umgekehrt sei der Bestand in Tirol und der Steiermark noch stark ausgebaut worden. Da sei mit den Klimazielen völlig unvereinbar, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Es sollte in allen Bundesländern längst gesetzlicher Standard sein, keine neuen fossilen Heizungen mehr einzubauen – nötig seien Ausstiegspläne in jedem Bundesland.

Sanierungsrate zu niedrig

Die thermische Gebäude-Sanierungsrate sei in Österreich mit bundesweit 1,4 Prozent weit weg von den erforderlichen 3 Prozent, kritisierte Wahlmüller in einer Aussendung. Am wenigsten saniert werde in Wien (1 Prozent) sowie in Salzburg und Tirol (beide 1,1 Prozent), am meisten in Oberösterreich (1,9 Prozent) und dem Burgenland (1,8 Prozent). Die enorme Zielverfehlung sei ein fataler Rückschlag für die Wärmewende und den Klimaschutz. Damit würden auch Chancen leichtfertig vertan, Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft zu schaffen sowie Wertschöpfung und Innovationskraft im Inland zu stärken.

APA