Allgemein

Bombendrohung gegen Bank in Vorarlberg

25.02.2021 • 14:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizei räumte im vergangenen Jahr das Geldinsitut großräumig ab. <span class="copyright">Symbolbild/APA/Huter</span>
Polizei räumte im vergangenen Jahr das Geldinsitut großräumig ab. Symbolbild/APA/Huter

Zehn Jahre Haft für 41-Jährigen wegen versuchter schwerer Erpressung.

Ein 41-jähriger Mann ist am Landesgericht Graz wegen versuchter schwerer Erpressung zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt und in eine Anstalt für gefährliche Rückfalltäter eingewiesen worden. Nach einem Überfall auf eine Bank in Feldkirch saß er in Graz in Haft. Um Schulden bei seinem Zellengenossen zu begleichen, rief er im April 2020 bei der von ihm überfallenen Bank an und forderte Geld – andernfalls würde er eine Bombe zünden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Landesgericht Graz bestätigte der APA das Urteil des Prozesses, der am Dienstag stattgefunden und über dessen Ausgang die Landespolizeidirektion Vorarlberg am Donnerstag informiert hat. Demnach hat der griechischstämmige, in Deutschland aufgewachsene Angeklagte am 17. April vergangenen Jahres von seiner Zelle in der Justizanstalt Graz-Karlau die Bank angerufen. Schon seit Jänner 2020 hatte der 41-Jährige unerlaubterweise ein Mobiltelefon in seiner Zelle, das auch auf seinen Namen registriert war.

Der Angeklagte, der 2012 nach Vorarlberg gezogen war und die Bank im Jahr 2014 bewaffnet überfallen hatte, tätigte mit unterdrückter Rufnummer mehrere Anrufe, den ersten gegen 13.40 Uhr. Dabei drohte er, dass eine Bombe in der Bank platziert wäre und er sie „hochgehen“ lassen würde, falls man ihm nicht „das gesamte Bargeld“ ausbezahle. Der 41-Jährige vermutete nach eigenen Angaben etwa 100.000 Euro im Geldinstitut. Er benötige das Geld für seine Familie, gab er an. Um Druck zu machen, betonte der Mann gegenüber seinen Gesprächspartnern, dass nicht viel Zeit bliebe. Nach Gesprächen mit zwei Vorstandsmitgliedern landete ein weiterer Anruf des Mannes bei einem Beamten des Landeskriminalamts, der sich als Filialleiter ausgab.

Das Geldinstitut war nach der ersten Drohung umgehend geräumt und die Gegend um das Gebäude großräumig abgesperrt worden. Sprengstoffspezialisten der Polizei durchsuchten das Objekt, verdächtige Gegenstände wurden dabei keine gefunden.

Noch während der Erpressungsversuche verhärtete sich bei den Ermittlern der Verdacht, dass es sich bei dem Anrufer um den Angeklagten handeln musste, der sich bereits in Deutschland wegen verschiedener schwerwiegender Delikte vor Gericht hatte verantworten müssen. Sie verständigten die Justizwachebeamten in Graz-Karlau, die die Zelle des 41-Jährigen durchsuchten. Dabei entdeckten sie das Handy, das noch in aktiver Verbindung zum Verhandlungsteam der Polizei stand.

APA