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Maturanten fordern Aus für mündliche Matura

19.01.2021 • 12:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit der Verlängerung des Lockdowns rücken auch die Maturaklassen wieder in den Fokus
Mit der Verlängerung des Lockdowns rücken auch die Maturaklassen wieder in den Fokus (c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Mündliche Matura soll wie im Vorjahr nur noch freiwillig sein.

„Täglich melden sich bei uns verzweifelte Schülerinnen und Schüler, die sich im Stich gelassen fühlen.“ – So beschreiben die drei angehenden steirischen Maturanten Maximilian Held (Sacré Coeur Graz), Leonhard Leitinger und Alexander Arzberger (beide BRG Wiku Graz) die aktuelle Lage bei vielen ihrer Kollegen. Die Schüler hatten bereits im November eine Petition gestartet, um beim Bildungsministerium Erleichterungen für die anstehende Matura zu erreichen. Wenig später hatte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) einige Änderungen angekündigt, darunter den Verzicht auf eine verpflichtende Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeit und die Möglichkeit, die Themenbereiche um ein Drittel zu reduzieren. Auch der Zentralmaturatermin wurde auf 20. Mai um zweieinhalb Wochen nach hinten verschoben.

Jetzt aber wurden die Karten durch die Verlängerung des Distance Learnings bis 15. Februar neu gemischt. Die Grazer Schüler verlangen nun unter anderem, dass die mündliche Matura so wie im Vorjahr nur freiwillig stattfinden soll. „Wir haben heuer eine deutlich schlechtere Ausgangsposition als unsere Kollegen im letzten Jahrgang. Diese haben vor der Matura mehrere Wochen im Distance Learning verbringen müssen, wir dagegen mehrere Monate“, begründet Leitinger im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Die Petition der Schüler, die inzwischen knapp 19.000 Unterschriften zählt, wurde deshalb erweitert.

Festgeschriebenes Vorgehen gefordert

Neben einem Verzicht auf mündliche Prüfungen verlangen die Maturanten einen festen Fahrplan für das restliche Schuljahr. „Derzeit ist für uns überhaupt nicht greifbar, wie es weitergehen soll“, sagt Leitinger. „Wir brauchen dringend Festlegungen nach dem Muster: Wie wird in Sachen Schulen reagiert, wenn in Bezug auf Corona dieser und jener Fall eintritt? Bis jetzt regiert die Unsicherheit.“ Und auch bei den freiwilligen Stoffkürzungen für die Prüfungen (die Entscheidung obliegt den Schulen bzw. Lehrern) seien klare Vorgaben gefordert. „Es wäre wichtig, festzumachen, was genau wie gekürzt werden soll. Was wir derzeit am dringendsten brauchen, ist etwas mehr Sicherheit.“ Beim Ministerium sei man mit den Ideen und Forderungen bislang weitgehend ignoriert worden, klagen die Maturanten. Ein Lob sprechen sie dagegen den Lehrern aus. „Sie geben derzeit wirklich alles, um das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Leitinger.

Ablehnung von Direktoren

Ein Aus für die mündliche Matura fordert auch Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek. Es seien heuer dieselben Regeln anzuwenden wie im Vorjahr. Ablehnung kommt diesbezüglich von den AHS-Direktoren. Für Sprecherin Isabella Zins wäre es „fatal, alles irgendwie nachzulassen“, wie sie der APA schildert. Die Maturanten seien trotz aller Widrigkeiten auf einem guten Weg. „Die mündliche Matura ist aus meiner Sicht kein Problem.“