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Miteinbeziehung der Hausärzte gefordert

16.01.2021 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Miteinbeziehung der Hausärzte gefordert

Impfstrategie: Ohne Einbindung sind Impfziele nur schwer zu schaffen.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass bis Ende März rund 600.000 Österreicher geimpft werden können. Das sind etwas mehr als bisher prognostiziert. Bedingt dadurch, dass der Moderna-Impfstoff zusätzlich zum Pfizer-Biontech-Produkt verimpft werden kann. Trotzdem wird der Impfstoff nicht reichen, um aktuelle Impfwünsche der Bevölkerung erfüllen zu können. Auch die Ankündigung, Personen über 80, die nicht in Altersheimen leben, impfen zu wollen, ist nicht einfach zu realisieren. Es gibt zu wenig Impfstoffe und nicht überall die notwendige Infrastruktur. Während Kärnten zum Beispiel in Bezirksservicestellen mit ersten Impfungen für Personen ab 80 am Wochenende beginnt, arbeitet man in der Steiermark noch an einer Strategie, um möglichst viele Menschen dieser Gruppe möglichst schnell zu impfen.

Der Allgemeinmediziner Stefan Korsatko fordert als Bundessprecher des Forums für Primärversorgung jetzt die Einbindung der österreichischen Allgemeinmediziner in die Impfplanung.

Er belegt seine Forderung zuerst mit einer simplen Rechnung: Man müsse rund 4,5 Millionen Menschen impfen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Mit zwei Impfdosen bedeutet das: neun Millionen Impfungen. „Rechnet man das auf eine Impfdauer von 180 Tagen, dann kommt man auf 50.000 Impfungen pro Tag. Da muss man jetzt anfangen, die niedergelassenen Ärzte mit einzubeziehen. Man braucht die Kassen-Hausarztpraxen in Österreich unbedingt in der Impfstrategie. Das klappt nur mit den Hausärzten.“ Auch aus medizinischer Sicht führe laut Korsatko kein Weg daran vorbei: „Jetzt hat man Risikopatienten in die Impfphase 1 mit einbezogen: Wer bewertet diese Risikopatienten? Die über 80-Jährigen und Risikopatienten sind Hauptgruppen bei den Hausärzten, wir kennen sie.“

Das Argument, dass der Biontech-Pfizer-Impfstoff aufgrund seiner schwierigen Lagerung (minus 70 Grad) nicht für die Verimpfung in Hausarztpraxen geeignet sei, entkräftet er so: „Eine Frage der Logistik. Wenn wir den Impfstoff bekommen, dann haben wir fünf Tage Zeit, diesen zu verimpfen – das kann man mit Patienten planen.“ Auch Impfstraßen bei Ärztezentren denkt er an. Problematisch sieht er die seitenlange „Gebrauchsanweisung“ (Aufklärung) für die Impfung: „Schwierig für ältere Menschen.“

Vonseiten des Ministeriums heißt es auf Anfrage: Theoretisch wäre eine Lieferung an Hausärzte möglich – aber es fehle aktuell an Impfstoffen.