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EU-weit spätester Impfstart

05.01.2021 • 16:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Robin UTRECHT / ANP / AFP</span>
Robin UTRECHT / ANP / AFP

Niederländische Regierung unter Beschuss wegen spätem Impfstart.

Wegen des EU-weit spätesten Corona-Impfstarts am Mittwoch steht die niederländische Regierung im Kreuzfeuer der Kritik. Nachdem Abgeordnete der Oppositionsparteien am Dienstag wenig Verständnis für den späten Termin zeigten, räumte Ministerpräsident Mark Rutte ein, die Regierung habe bei den Vorbereitungen der Impfkampagne weitgehend auf den in der EU noch nicht zugelassenen Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca gesetzt statt auf das Vakzin des US-Unternehmens Pfizer und dessen deutschem Partner Biontech.

Letzteres ist das einzige bislang von der EU-Arzneimittel-Agentur EMA freigegebe Vakzin gegen das Coronavirus. Der Rechtspopulist Geert Wilders erklärte, es handele sich nicht um eine Strategie, sondern um „totales Chaos“. Die Niederlande bezeichnete er als „Dorftrottel Europas“. Die Vorbereitungen seien dürftig gewesen und zu spät angelaufen.

Zwar kaufte das Land Ende Dezember Tausende Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Doch waren diese weiterhin zentral eingelagert, als die Kampagnen in anderen Staaten anliefen, weil die Regierung noch an den Plänen für die Verteilung arbeitete. Die Niederlande hatten die ersten Impfungen in mehreren EU-Staaten am 27. Dezember daher gewissermaßen unbeteiligt von der Seitenlinie verfolgt.

AP/DPA/APA