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Kriechmayr und Mayer schnell unterwegs

27.12.2020 • 19:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vincent Kriechmayr
Vincent Kriechmayr GEPA pictures

Mayer ist für dritte Weltcup-Abfahrt auf den dritten Rang gefahren.

Wie schon am Vortag ist Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer im Abschlusstraining für die dritte Weltcup-Abfahrt der Saison auf den dritten Rang gefahren. Mehr aus sich herausgeholt hat am Sonntag in Bormio Vincent Kriechmayr, der nach Rang 26 am Samstag sogar vor Mayer und nur 0,30 Sekunden hinter dem neuerlich Schnellsten, dem US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle (1:58,38 Min.), Zweiter wurde. Der am Samstag abgewunkene Christopher Neumayer war als drittbester ÖSV-Mann Elfter.

Max Franz wurde zwei Plätze dahinter 13. Das Training auf der superschweren Stelvio-Piste wurde nach Stürzen mehrmals unterbrochen. Nach dem Crash des Slowenen Klemen Kosi musste sogar der Hubschrauber zur Bergung und Flug ins Krankenhaus aufsteigen. Nach ersten Meldungen soll sich Kosi Gesichtsverletzungen zugezogen sowie einen Zahn abgerissen haben.

„Es ist immer noch sehr anstrengend. Es geht hier richtig zur Sache. Aber im Großen und Ganzen kann ich zuversichtlich sein, ein paar Kurven, die ich noch besser anlegen kann“, meinte Mayer nach seinem zweiten dritten Rang en suite. 2020 gäbe es auf der ohnehin schon herausfordernden Stelvio besonders viele Schläge. „So wenig Hocke, wie das heuer möglich ist zu fahren, war es eigentlich nie in den letzten Jahren“, erklärte der Doppel-Olympiasieger.

„Super-G ist da runter ganz was Spezielles“

Für den wegen des bevorstehenden Schneefalls auf Montag vorverlegten Super-G wollte sich Mayer überraschen lassen. „Der Super-G ist da runter ganz was Spezielles, ich bin selbst gespannt wie es wird. Die Karten werden im Rennen neu gemischt, einige haben sicher nur herumgeblufft.“ Der angekündigte Neuschnee, der Österreichs Athleten weniger gut liegt als harte Pisten, sei „sicher lästig“.

Für Kriechmayr war der zweite Rang keinesfalls eine Erleichterung nach dem scheinbar mageren 26. Platz im Auftakttraining. „Ich habe gestern ja bewusst Tempo rausgenommen, und heute bewusst versucht ein bisserl rennmäßig runterzufahren, bis auf den letzten Teil“, blieb der Oberösterreicher unbeeindruckt. Lediglich von der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel sei er etwas zu gerade gefahren.

„Die Piste ist sehr gut beieinander, dunkel und unruhig, aber das ist Bormio.“ Das wird aber am Montag, glaubt man den Wetterfröschen, ganz anders aussehen. Die zwei Trainingsbestzeiten von Cochran-Siegle wollte Kriechmayr nicht sonderlich bewerten. „Eine Trainingsbestzeit bedeutet gar nichts, ich bin hier schon ein paar Mal Trainingsbestzeit gefahren, aber es heißt, es dann im Rennen umzusetzen.“

Besonderes Rennen für Reichelt

Für Hannes Reichelt und Neumayer ist Bormio heuer besonders speziell. Beide hatten sich vor einem Jahr bei Stürzen auf der Stelvio unter anderem Kreuzbandrisse im Knie zugezogen. „Skifahrerisch geht’s ganz gut. Und im Kopf hab ich mir an der Stelle schon wesentlich leichter getan“, versicherte Reichelt. Körperlich tue es gar nicht mehr so schlimm weh. „Allerdings hatte ich mir vorgenommen, zuzulegen. Von der Zeit her habe ich aber eher einen Rückschritt gemacht“, erklärte der 40-Jährige nach Platz 40 im Abschlusstraining.

Auch für Neumayer ist die Rückkehr besonders. „Es ist eine der schwierigsten Strecken. Vor dem Start ist es für mich hier echt schlimm und nicht leicht, alles auszublenden, was passiert ist“, gestand der Salzburger. Grundsätzlich habe er „das Biest“ aber nach wie vor gerne. „Aber es ist so schwer, hier zu fahren. Ein kleiner Fehler und man ist weg“, ist Neumayer bewusst.

Daniel Hemetsberger war mit Platz 26 nicht unzufrieden. „Bormio ist objektiv betrachtet der reine Wahnsinn. Es ist das höchste Level, das es im Abfahrtssport gibt“, erklärte der Oberösterreicher, der dank interner Qualifikation beim Europacup in Zauchensee am Montag auch im Super-G starten kann.

Dominik Paris ist in den vergangenen Jahren als mittlerweile insgesamt sechsfacher Bormio-Sieger zum „Chef“ auf der Stelvio avanciert. Der Südtiroler hatte sich vergangenen Winter danach allerdings im Vorfeld von Kitzbühel schwer verletzt. „Hier runter ist es echt zäh. Jeder Tag hilft, mehr Vertrauen zu bekommen“, sagte Paris.