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Zweitstärkstes Feuerbrandjahr

28.11.2020 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Pflanzenkrankheit setzte heimischen Obstbauanlagen zu.


2020 war wohl das zweitstärkste Feuerbrandjahr im Vorarlberger Erwerbsobstbau, seit die Krankheit 1993 erstmals im Land aufgetreten ist. Das berichtete Ulrich Höfert, Leiter des Bereichs „Obst/Garten & Direktvermarktung“ in der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. Rund 22 Prozent der Kernobstanlagen seien Meldungen zufolge mittelstark bis sehr stark befallen. Damit liege man zwar deutlich hinter dem Jahr 2007 zurück, in dem 75 Prozent der Kernobstflächen betroffen gewesen waren, dennoch hätte der Feuerbrand heuer zu einer massiven Belastung der Betriebe geführt.
Besonders in Mitleidenschaft wurden durch die Pflanzenkrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird, die Birnenbäume gezogen. Vor allem die typisch Vorarlberger Sorte „Subire“ hat dem Feuerbrand wenig entgegenzusetzen und reagiert laut dem Experten stark auf Infektionen. Etwa 3000 Quadratmeter an Flächen müssen im Bereich des Birnenanbaus gerodet werden. Apfelbäume sind widerstandsfähiger gegen die Bakterien, sodass die Bäume in vielen Fällen mit Ausschnittmaßnahmen gerettet werden konnten. Diese sind für die Obstbauern jedoch mit einem hohen Arbeitsaufwand und damit auch Kosten verbunden.

Häufung im Sommer

Zu Beginn der Obstbaumblüte habe noch nichts darauf hingedeutet, dass es heuer ein Feuerbrand-trächtiges Jahr werden könnte, erklärte Höfert. Auch außerhalb der landwirtschaftlichen Anlagen habe es keine Meldungen über größere Ausbrüche gegeben. Erst über den Sommer hätten sich die Infektionen gehäuft. Warum es erst so spät zu so vielen Neuinfektionen gekommen ist, lässt sich nach Angaben von Höfert nur schwer sagen.
Durch das verstärkte Auftreten des Feuerbrands im heurigen Jahr steige auch das Risiko im kommenden Jahr. Die Bakterien könnten in den Bäumen unter der Rinde überwintern. In den Obstbauanlagen würden diese Stellen entfernt, allerdings sei dies aufwendig. Zudem würden bereits zwei derartige Bakterienherde, die übersehen würden, ausreichen, um ein Hektar zu verseuchen, erläuterte der Bereichsleiter. Wichtig sei zudem, dass auch außerhalb der Anlagen die entsprechenden Präventionsmaßnahmen eingehalten würden. So habe sich die jährliche Verordnung des Landes, bei der auch die Gemeinden bei der Feuerbrandbekämpfung in die Pflicht genommen werden, bewährt. In den Anlagen werde ebenfalls auf Prävention gesetzt. So werde vermehrt auf Obstsorten gesetzt, die widerstandsfähiger gegen die Krankheit sind. Allerdings sei man dabei auch abhängig vom Lebensmittelhandel. Denn dort seien nur gewisse Sorten gefragt.

Bekannter Edelbrand

Schwierig einen Ersatz zu finden, sei es allerdings bei der „Subire“. Schließlich ist diese die Grundlage für den „Subirer“. Der Obstbrand ist gebietsrechtlich geschützt und wird nur in Vorarl­berg aus der hier heimischen Birnensorte hergestellt. Gerade im internationalen Vergleich sei dies für die Brenner eine Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben, erläuterte Höfert. Würde eine andere Sorte verwendet – etwa Williamsbirnen – verliere man dieses Alleinstellungsmerkmal. Umso wichtiger sei es, dass die „Subire“ weiter erhalten bleibe.