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Intersport erzielt Umsatzplus im Sommer

14.10.2020 • 10:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Viele Österreicher verbrachten ihren Urlaub im eigenen Land. <span class="copyright">Symbolbild/Dietmar Stiplovsek</span>
Viele Österreicher verbrachten ihren Urlaub im eigenen Land. Symbolbild/Dietmar Stiplovsek

Fahrräder waren teilweise ausverkauft. Optimistisch für Wintersaison.

Wanderer und Radfahrer haben den Intersport-Händlern im heurigen Corona-Sommer gute Geschäfte beschert. Die Umsätze stiegen, obwohl sich Sporttextilien schlechter verkauft haben. Fahrräder waren zum Teil ausverkauft. „Im Bereich Bike hätten wir noch mehr verkaufen können“, sagte Intersport-Geschäftsführer Thorsten Schmitz am Mittwoch. Im September seien schon Modelle aus 2021 vorgezogen worden. Gekauft worden seien Fahrräder sowohl als Sportgerät als auch als Verkehrsmittel.

Sport bekommt höheren Stellenwert

Das Wachstum der Intersport-Gruppe betrug heuer 8,7 Prozent, davon 2 Prozent auf bestehender Fläche. Der Verlust von 80 Mio. Euro Bruttoumsatz durch den Austritt des Salzburger Händlers Bründl sei bereits zur Hälfte kompensiert worden, erklärte Schmitz in einem virtuellen Pressegespräch. Der Gesamtumsatz von Intersport lag heuer bei 560 Mio. Euro, mit dem Auslandsgeschäft seien es deutlich über 600 Mio. Euro gewesen. Der Umsatzentgang während des Lockdowns sei aufgeholt worden. Schmitz meint, dass der Sport durch die Pandemie einen anderen Stellenwert erhalten habe, etwa um auch mental mit der Krise fertig zu werden.

Das Plus trotz Lockdown und Krise kam selbst für den Geschäftsführer überraschend. „Ich hätte heuer jede Wette verloren“, so Schmitz. Während der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr habe sich der Online-Umsatz verdreifacht. Trotz der guten Umsätze gebe es für die Intersport-Händler aber Risiken auf der Ertragsseite. So dürften die vollen Warenlager im Textilbereich das Ergebnis drücken und zu Abschreibungen führen. Der schwächelnde Verkauf von Sportbekleidung schmerzt die Händler doppelt, weil sie hier sonst hohe Handelsspannen haben.

Urlaub im eigenen Land

Im Outdoor-Segment profitierte Intersport vom Urlaub, den viele Österreicher in der Coronavirus-Pandemie im eigenen Land verbracht haben und in den Bergen Energie getankt haben. Es sei auch auffallend, dass sich Jüngere stark darin wiederfinden. Außerdem sei das Segment – angefangen vom Wandern und Bergsteigen hin zum Trailrunning – breiter geworden. Gefragt seien jetzt im Herbst mit steigenden Infektionszahlen aber auch wieder – so wie schon im Lockdown – Fitnessgeräte für zuhause.

Im Bereich Bike gab es heuer ein Wachstum von 30 Prozent. Dieses sei nicht von gestern auf heute gekommen, sondern habe sich schon in den letzten fünf Jahren abgezeichnet. Nach dem Lockdown sei die Nachfrage aber explodiert und die Lager schnell leer geworden, weil die Planung auf eine normale Saison ausgelegt gewesen sei. Durch den Trend zu E-Bikes seien auch die durchschnittlichen Umsätze weiter gestiegen. Der Boom bezog sich nicht nur auf sportliche Mountainbikes sondern auch auf alltagstaugliche Trekking- oder City-Bikes fürs Einkaufen oder die Fahrt zur Arbeit. Gut verkauft haben sich auch Kinderfahrräder. Intersport-Chef Schmitz erwartet, dass der Trend auch 2021 anhält.

Wintersaison

Für den anstehenden Winter gab sich Schmitz zweckoptimistisch. Wichtig sei eine positive Stimmung. Und auch heuer gelte: „Für einen guten Winter braucht es guten Schnee“. Wobei Schmitz einräumte, dass die Saison von vielen Unsicherheiten geprägt sei. Im Skiverleih, der sehr stark von ausländischen Touristen abhängig ist, erwartet Intersport ein zweistelliges Minus. Vor allem Gäste aus Skandinavien, den Niederlande und Großbritannien, die mit dem Flugzeug anreisen, borgen sich die Skier normalerweise im Skigebiet aus. Das treffe vor allem die Intersport-Händler in Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Um das Risiko zu minimieren, würde der eine oder andere Leihski eine Saison länger im Verleih bleiben.

Umso wichtiger würden die Österreicher und Gäste aus den benachbarten Ländern. Schmitz hofft auf entsprechende Botschaften aus der Politik. Berichte, wonach der Winter heuer ausfalle oder Skigebiete geschlossen blieben, seien kontraproduktiv. „Ich hätte nie gedacht, dass das Robert-Koch-Institut Einfluss auf unseren Geschäftsverlauf hat“, meinte Schmitz. Auch wenn eine gewisse Anspannung spürbar sei, seien die Händler mit Hygienekonzepten und Anstellzonen außerhalb der Geschäfte gut vorbereitet. Man habe für den Corona-Winter flexible Mengen geordnet, bis zu einem Minus von 25 Prozent gebe es kein Lagerrisiko. Schmitz hofft, durch die Bereiche Tourenski, Langlauf und Schneeschuhwandern das Minus abzufedern und gar auszugleichen.

APA